Östlich des Zentrums schlingt sich der Neckar um einen steilen Weinberg namens Württemberg. Oben steht eine kleine runde Kapelle. Die Familie, die dem Land seinen Namen gab, hatte hier ihre Stammburg — bis sie abgetragen wurde, um Platz für die Kapelle zu schaffen.

Die Grabkapelle
König Wilhelm I. von Württemberg ließ sie in den 1820er-Jahren als Grabmal für seine Frau Katharina Pawlowna errichten, eine russische Großfürstin, die jung starb. „Die Liebe höret nimmer auf“ steht über dem Eingang. Beide sind in der Gruft bestattet. Innen ist sie schlicht und hell; der Grund zu kommen ist ebenso sehr die Lage wie der Bau — ein Rundblick über das Neckartal und die Reben.

Wein am Hang
Die Hänge rund um die Kapelle sind bewirtschaftete Weinberge, und Stuttgart ist eine der wenigen Großstädte Deutschlands, die innerhalb der eigenen Grenzen Wein anbaut. Ein markierter Weinwanderweg führt hier durch und verbindet die Orte Uhlbach, Rotenberg und Untertürkheim. Uhlbach hat ein kleines Weinbaumuseum; zur Saison nach einem Besen Ausschau halten — einer Besenwirtschaft, die für ein paar Wochen öffnet und den eigenen Wein zu einfachem Essen ausschenkt.
Gut zu wissen
- Die Grabkapelle ist meist von etwa März bis Ende November geöffnet und im Winter geschlossen — vorher prüfen
- Nächste Haltestelle ist Untertürkheim; von dort bergauf durch die Reben, oder ein Stück mit dem Bus
- Der Weinwanderweg ist ausgeschildert; die gesamte Stuttgarter Strecke ist lang, aber das Stück Uhlbach–Rotenberg ist ein guter kurzer Abschnitt
- Trollinger und Lemberger sind die hiesigen Roten; die meisten Weingüter machen auch einen Riesling
